Karfreitag, 03.April 2026 (8 Teilnehmende, Organisation: Matthias Zemp, Fritz Amrein)
Schnierenhireli (2’070m)
Nach einem Kälteeinbruch und ergiebigem Schneefall im Spätfrühling waren die Bedingungen für das lange Osterwochenende sehr vielversprechend. Auch die Lawinensituation hatte sich rechtzeitig beruhigt. Der einzige limitierende Faktor war nun der Osterstau vor dem Gotthard, der das ganze Urnerland und die Alpensüdseite blockierte. Wir liessen die Touristenmassen links liegen und fuhren am Karfreitag stattdessen ins ruhige Grenzgebiet zwischen dem Entlebuch und dem Emmental. Vom Parkplatz oberhalb Kemmeribodenbad (heute leider geschlossen) stiegen wir auf Richtung Brienzergrat. Im unteren Bereich war der Schnee (erwartungsgemäss) eisig und gedeckelt, doch sobald wir die erste Waldpassage erreichten, machte sich Hoffnung breit. An schattigen Stellen lag weicher Pulverschnee – und da wir uns an einem Nordhang befanden, warn die alle Hänge im Schatten. Im Bereich der Waldgrenze war klar: Das würde richtig gut werden!
Über ein paar steile Aufschwünge erreichten wird den Gipfel des Schnierenhireli (2’070m). Hinter uns das winterlich verschneite Emmental und Entlebuch, unter uns der funkelnde Brienzersee und vor uns das Berner Oberland in seiner ganzen Pracht. Angesichts der hervorragenden Bedingungen wurde rasch der Entscheid gefasst, das Vergnügen mit einem Gegenanstieg noch etwas zu verlängern. Also schnell rein in die Bindung – und rein in die Pulver-Bonanza! Wie auf Wolken kurvten wir durch tief verschneite, breite und gleichmässig steile Hänge die ersten 300 Höhenmeter, fellten erneut an und steigen noch zur Allgäuw-Licka (1’918m) auf. Ein paar Nebelschwaden auf Durchreise sorgten für mystische Stimmung und Rudis Hechtsprung nach seinem verirrten Abdecknetz für etwas Action. (Anm. des Verf.: Netz, Ski und Rudi überstanden den Purzelbaum unbeschadet.)
Danach: Mehr vom Gleichen! Pulver links, rechts, hinten und vorne. In den tieferen Lagen mussten wir uns zwar noch mit etwas forderndem Bruchharsch abfinden, aber das war ein kleiner Preis für das vorangegangene Vergnügen. In der Alpenrose Bumbach bekamen wir zum Abschluss nicht nur einen Kaffee, sondern auch noch professionelle Einblicke in die Kunst des Skiservice und der Bindungskunde. Also: Geht und kauf euch einen Ersatz-U-Stift! Eines Tages werdet ihr dankbar sein.